Der Schlüssel zum Kunden: Influencer-Marketing bei High Fashion Brands

Kommen wir zu einer meiner persönlichen Leidenschaften – das Thema Mode und Social Media.

Wie man vielleicht bemerkt hat, profilieren sich High Fashion Brands wie z. B. Dior immer mehr über aktiv betriebenes Social Media Marketing oder Influencer-Marketing. Der abgeschottete und erhabene Eindruck der Modewelt von früher ist nahezu verschwunden (Wichert, 2015). High Fashion Brands gewähren heutzutage hautnahe und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Dies geschieht in Form von Livestreams und Videos auf Instagram, Facebook oder Snapchat. In diesem Zusammenhang spielt ebenfalls das Influencer-Marketing eine grosse Rolle.

Zunächst möchte ich gerne den Begriff Influencer näher umschreiben.

Begriffsdefinition Influencer

Influencer werden im heutigen digitalen Zeitalter immer wichtiger. Sie sind Personen, welche andere Personen in dessen Handeln in hohem Mass beeinflussen und auf Social Media Kanälen eine grosse Anzahl an Followern aufweisen. Des Weiteren verfügen Influencer über eine spezifische Stärke und Expertenwissen in einem bestimmten Gebiet. Tipps und Empfehlungen der Influencer können dadurch bei vielen Mitgliedern des jeweiligen sozialen Netzwerkes platziert und anschliessend wieder geteilt werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Follower entsprechendes Vertrauen gegenüber den Influencern aufgebaut haben und deren Inhalte wertschätzen. (Gondorf, 2015)

Erhöhte Aufmerksamkeit durch Influencer-Marketing

Ein Beispiel für das Influencer-Marketing ist die Hochzeit der Mega Influencerin Chiara Ferragni, welche vor kurzem in einer kompletten Dior Kollektion geheiratet hat. Die Marke Dior perfektionierte ihr Marketing, in dem sie den kompletten Prozess vom Designentwurf bis zur Herstellung der Brautkleider in Form diverser Kurzfilme auf sozialen Medien wie Instagram veröffentlichte. Die Medienpräsenz, welche Dior hierdurch erfuhr war immens und entsprechend wuchs der Wert dieser Modemarke. Gemäss einem Artikel der deutschen Vogue wies das Label einen Media Impact Value von 5.2 Millionen US-Dollar aus. Dieser Wert bedeutet im Marketing eine Erfolgsberechnung für Massnahmen und getroffene Investitionen, die nicht in direkt bezahlte Werbung fliessen. (Vogue, 2018) Bezogen auf das Beispiel von Chiara Ferragnis Hochzeit bedeutet dies, dass die Berichterstattung über dieses Event soviel Aufmerksamkeit via Social-Media, Zeitungen und Zeitschriften erhalten hat, wie es Dior sonst nur mit 5.2 Millionen Dollar Werbebudget erreicht hätte. Erstaunlich, nicht wahr?

Meiner Ansicht nach können High Fashion Brands über Influencer-Marketing auf Social Media emotional näher bei ihrer Kundschaft sein und eine entsprechende Kundenbindung aufbauen. Dies geschieht z. B. via Chiara Ferragni, welche einen massgebenden Einfluss auf ihre mehr als 15 Millionen Follower hat. Nebst Influencern können auch Designer durch ihre private Social-Media Präsenz die Umsätze ihrer Marke markant steigern und Aufmerksamkeit erregen (Wichert, 2015).

Wie man feststellen kann, hat sich die Modewelt rasant verändert. Das klassische Bild der unnahbaren Modewelt existiert heute oft nicht mehr. Die potenzielle Kundschaft von High Fashion Brands erhält aktiv Einblicke und kann dank Social Media und dessen Influencern am Mode Business teilhaben. Zudem stehen oftmals nicht mehr die Kleider an sich, sondern die Vermarktung und ob die Modedesigns bildlich im Internet gut rüberkommen, im Mittelpunkt (Wichert, 2015). Ob dies dem Sinn eines High Fashion Brands entspricht, kann in Frage gestellt werden. Etwas nützt es jedoch bestimmt – nämlich der Wettbewerbsfähigkeit und dem Zugang zur Kundschaft.

Quellen:

Gondorf, L. (2015). Auf Vertrauensbasis: Ist Influencer Marketing der neue König des Contents? 

Wichert, S. (2015). Im grossen Rahmen. 

Vogue. (2018). Chiara Ferragni bringt Marken mehr Medienaufmerksamkeit ein als Meghan Markle.

 

Schreibe einen Kommentar