Social Media Marketing in der Feuerwehr

Feuerwehren kämpfen nicht nur gegen Flammen, sondern auch um neue Mitglieder.


https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/freiwillig-meldet-sich-laengst-niemand-mehr-so-rekrutieren-die-feuerwehren-der-region-st-gallen-ihren-nachwuchs-ld.1072343

Dieser Bericht aus dem, letzten Jahr greift eine Thematik auf, welcher sich wenige Leute bewusst sind. Noch weniger sind sich die Leute allerdings bewusst was das für sie selbst bedeutet. „Stell Dir vor es brennt und keiner geht hin“.

Verschiedene Imagekampagnen von Feuerwehrkorps greifen genau dieses Szenario auf um auf die Missstände hinzuweisen. Der Imagefilm des Max-Planck-Gymnasiums in Gross- Umstadt in Deutschland „Stell dir vor es brennt und (k)einer kommt.“ zeigt sehr eindrücklich worum es geht und was sich viele Leute nicht bewusst sind.

Glücklicherweise sind die Feuerwehren in der Schweiz, auf Grund des Milizsystems und der Feuerwehrpflicht, in nicht ganz so einer schlechten Situation, jedoch haben vorallem die Ortsfeuerwehren mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Die Jugentlichen setzen ihre Prioritäten entweder anders oder sie sind sich nicht bewusst, dass die grundsätzlich einer Feuerwehrpflicht unterstehen und für den Ersatz eine Abgabe zu leisten haben. In der Schweiz sind die Feuerwehren in der Lage, bei einem kritischen Bestand die Leute zwangs zu rekrutieren, jedoch ist dies nie eine gute Option, da die Motivation der jenigen, welche nicht freiwillig Dienst leisten, entsprechend niedrig ist.

Auch bei uns in der Ortsfeuerwehr haben wir zu wenige AdF (Angehöriger der Feuerwehr) welche auf abgehende folgen. Daher haben wir innerhalb eines Unteroffiziersrapportes entschieden, dass wir für die Feuerwehr REMA (Rebstein – Marbach) einen Social Media Auftritt generieren. Dieser Auftritt soll in Form eines Instagram Profils erfolgen. Unter dem #fwrema können alle Mitglieder Bilder aus den Übungen verlinken und so auch mit Nicht- Mitgliedern teilen.

Im Frühling 2018 kursierten verschiedene Feuerwehren schon einmal in den sozialen Medien. Mit der „Cold Water Grill Challenge“ machten einige Wehren von sich reden.

Die Challenge ist leicht erklärt: Die Feuerwehren werden von einer anderen Feuerwehr nominiert und müssen dann im kalten Wasser grillen. Das Spektakel wird dann auf Video festgehalten und gepostet. Nach bestandener Challenge dürfen drei weitere Wehren nominiert werden, schafft es eine Wehr nicht, so schuldet sie der nominierenden 50 Liter Bier. Die Feuerwehren haben sich regelrecht aufgeschaukelt und so entstanden immer aufwändigere Videos von frierenden und grillenden Feuerwehrmännern und – frauen. Schnell hatte die Challenge auch einen gemeinnützigen Aspekt, so haben nämlich viele Teilnehmende oder nur nominierte Feuerwehren für einen guten Zweck gespendet.

Zur Veranschaulichung wie so etwas aussieht, hier das Video der Feuerwehr Rebstein – Marbach (meiner Feuerwehr):

Ich bin der Meinung, dass diese Challenge die Feuerwehren wieder etwas in die Köpfe der einen oder anderen Mitbürger gebracht hat und diese sich eventuell danach sogar gemeldet haben.

Abschliessend bleibt zu sagen, dass sogar solch unkonventionelle und traditionelle Institutionen wie Ortsfeuerwehren, nicht drum herum kommen sich über die sozialen Medien zu präsentieren. Denn wer nicht gefunden wird existiert nicht.

Schreibe einen Kommentar