Die negative Seite von Social Media Marketing für User

Social Media Marketing ist Chefsache. Und wichtig. Sonst gäbe es dafür beispielsweise kein Modul an der FHSG für die Führungskräfte der Zukunft und auch keinen Vortrag der FHSG beim Gewerbe St.Gallen. Social Media Marketing ein grosser Bestandteil der Werbung der Zukunft. Das Giesskannenprinzip von früher hat ausgedientund ist durch zielgruppenspezifisches Marketing ersetzt worden. Aber ist alles daran gut und besser als bisher? Wo liegen die Tücken für User der Sozialen Netzwerke? Wie können sie sich schützen? Und worauf muss geachtet werden?

In «Social Media Marketing – Emerging Concepts and Applications» von Dr. Githa Hedgge und Prof. G. Shainesh (2018) widmet sich Anuraghini Shrirish auf 16 Seiten der Schattenseite des Social Media Marketings aus Sicht der User (S. 63–79). Darin führt sie unter anderem die folgenden Gefahren für User auf:

  • Illegale und gefährliche Werbung
  • Unwissentliche Zustimmung durch User und Verletzung der Privatsphäre der User

Illegale und gefährliche Werbung

Einer der herausragenden Vorteile von Werbung in sozialen Medien, im Vergleich zu herkömmlichen Medien, ist die Reichweite und die Möglichkeit der viralen Verbreitung der eigenen Werbung (Buchenau & Fürtbauer, 2015 ,S. 33–34). Durch den Effekt der Viralität kann sich Content extrem schnell weit verbreiten, im Idealfall global. (Buchenau & Fürtbauer, S. 34)

Die Zollfahnder fanden zahlreiche illegale Medikamente
Quelle: Welt.de

Die Kehrseite dieses Effekts verdeutlicht Shirish unter Zuhilfenahme die Studie von Mackey und Liang aus dem Jahr 2013 (S. 68). Darin berichten sie von Fällen, in denen Unternehmen Werbung in Sozialen Netzwerken nutzten, um abgelaufene oder nicht verschreibungspflichtige Pharmazeutika zu vertreiben. Weltweit liessen sich Nutzer durch die Werbung hinters Licht führen und riskierten damit ihr Leben.

Unwissentliche Zustimmung durch User und Verletzung der Privatsphäre der User

Jede Tätigkeit oder Untätigkeit von Nutzerinnen und Nutzern auf Sozialen Plattformen ist messbar (Shirish, S. 73). Dabei ist oftmals unklar, welche der Tätigkeiten dem öffentlichen Bereich oder der Privatsphäre zuzuordnen sind oder welche Äusserungen geistiges Eigentum der Nutzerinnen und Nutzer darstellt und welche nicht. Oftmals sind die Grenzen und die Rechte den Usern nicht bekannt oder bewusst, sodass Inputs und Ideen umsonst von Marketerinnen aufgegriffen werden, ohne dass die Nutzerinnen und Nutzer für ihre Ideen entschädigt werden (Shirin, S.74)

Fazit

Social Media Marketing bietet in all seinen Facetten viele Vorteile, sowohl für Unternehmen, wie auch Privatpersonen. Doch es kommt ebenso vor, dass Vorteile von Unternehmen nachteilig für Nutzerinnen und Nutzer sind. Die Verantwortung diese Problematik zu lösen liegt jedoch nicht bei werbetreibenden Unternehmen, sondern bei den Plattformbetreibern und den Regierungen (Choudary, Parker & Van Alstyne, 2016, S. 257–259)

 

Literaturverzeichnis

Buchenau, P., Führtbauer, D. (2015). Chefsache Social Media Marketing. Wiesbaden: Springer Gabler

Choudary, S. P., Parker, G.G., Van Alstyne, M. W. (2016). Platform Revolution. New York: W.W. Norton & Company

Shirish, A., (2018). Shadow Side of Social Media Marketing: A User’s Perspective. In Heggde, G., Shainesh, G. (Eds.) Social Media Marketing (S.63–79). Singapur: Springer Nature

Schreibe einen Kommentar