Social Media Marketing

Vor dem Hintergrund des umgreifenden Wandels, den unsere Gesellschaft in den vergangenen 30 Jahren durch die Entwicklung digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien erfahren hat, ist es erstaunlich, dass die Auswirkungen auf die Soziale Arbeit bislang nur wenig Beachtung gefunden haben. Nur langsam setzt sich die Einsicht durch, dass die mediatisierten Lebenswelten – vor allem von Kindern und Jugendlichen – nach neuen konzeptionellen Antworten in den Arbeitsfeldern Kinder- und Jugendhilfe verlangen, die über klassische Medienpädagogische Perspektiven hinausweisen.

Nur vereinzelt wird in den Blick genommen, dass das Feld Soziale Arbeit durch Social Media beeinflusst wird. Es ist wichtig, dass Organisationen der Sozialen Arbeit in der digitalen Welt nicht unsichtbar sind. Institutionen und Organisationen müssen schnell gefunden werden können. Dadurch wird ein niederschwelliger Zugang für mögliches Klientel geschaffen. Oft muss eine Schamgrenze überschritten werden, um sich bei einer Organisation, wie beispielsweise Suchthilfe, face-to-face zu begegnen. Durch gute Online Präsenz können die Menschen im Vorhinein ihr eigenes Bild über eine gewisse Institution machen und den Kontakt zunächst anonym aufnehmen.

Das Ganze sollte jedoch nicht im klassischen Marketing Stil gedacht werden. „Potenzielles Klientel“ sollte nicht online akquiriert werden, damit möglichst schnell möglichst viele Menschen an eine Organisation gebunden werden können. Es geht um den einfachen und niederschwelligen Zugang zu Informationen und Kontaktaufnahme.

Wie bereits erwähnt ist die Präsenz in der digitalen Welt ein wichtiger Punkt im Bereich der Jugendarbeit. Bevor ein Jugendtreff besucht wird, „checken“ ihn die Jugendlichen online aus. Deshalb sollte der Internetauftritt eines Jugendtreffs attraktiv gestaltet sein. Der Jugendtreff sollte auf Plattformen wie Snapchat, Instagram oder Facebook präsent sein. Dadurch können Jugendliche über Veranstaltungen informiert werden und die Jugendlichen können sich besser mit dem Jugendtreff identifizieren. Ein Beispiel für gutes Social Media „Marketing“ ist der Jugendkulturraum Flon. Die Website ist übersichtlich, aktuell, attraktiv und modern gestaltet. Täglich erscheinen auf Facebook oder Instagram Beiträge in Form von Bildern oder Videos. Der Ganze social Media Auftritt passiert in Zusammenarbeit mit den Jugendlichen selbst. Dadurch können andere Jugendliche angeworben werden und ebenfalls ein Teil davon werden.

Meiner Meinung nach sollte sich die Soziale Arbeit als Teil des Ganzen sehen und nicht „Angst“ vor diesen Veränderungen haben. Man sollte in einer Organisation eine Grundhaltung entwickeln, welche die Aspekte von Social Media miteinbezieht.

Social Media gehört auch in das Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit, auch wenn es auf den ersten Blick anders scheint. Dabei muss man sich den Regeln, Chancen aber auch Risiken bewusst sein.

 

Literaturverzeichnis

Steiner, Oliver & Goldoni, Marc. (Hrsg.). (2013). Kinder- und Jugendarbeit 2.0 Grundlagen,Konzepte und Praxis medienbezogener Sozialer Arbeit. Weinheim Basel: Beltz Juventa.

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